Die Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH

Die Bau- und Sanierungsfirma Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH (BSG) ist in Berlin bereits Träger des Quartiersmanagments in 17 Kiezen. Alle QM-Büros sind als Vorortbüro der Sanierungsfirma organisiert und unterstehen damit der Hauptzentrale in Potsdam. Dementsprechend sind selten soziale Akteure aus den Bezirken in verantwortlicher Position installiert worden, sondern im weitesten Sinne Menschen und Institutionen ohne soziale Erfahrung. Wie im QM Schillerpromenande leiten das QM Architekt_innen, Bauingeniere, Manager_innen und andere immobilien- und bauaffine Menschen. Artikel von Analyse Kritik Aktion

Der mediale Auftritt sämtlicher QM’s der BSG wird von der äußerst intransparenten PR-Agentur konzeptarbeiter betreut. Die Verantwortliche für das Projekt bei konzeptarbeiter ist Catrin Rackow. Beim QM Schillerpromenade mischt außerdem Thomas Protz mit, der im BSG-Vorortbüro Schillerpromenade, sprich QM Schillerpromenade, angestellt ist. Außerdem betreut diese Agentur weitere Online-Auftritte, die Bürger_innen-Engagement und eine transparente Stadtteilpolitik inszenieren sollen.

Die BSG und mit ihr die Agentur konzeptarbeiter ist vor allem in Bezirken und Kiezen mit enormen Aufwertungsdruck vertreten. Ihrem Profil nach bereitet die Firma langfristig und intransparent mit Hilfe öffentlicher Gelder Sanierungen vor und organisiert diese. Dies kann die BSG auch deshalb, weil sie sowohl europäische als auch regionale Fördermittel verwaltet. Ihre genuine Aufgabe sieht die BSG im Stadtumbau, der Organisation und Verwaltung von Ordnungsmaßnahmen und der begleitenden Öffentlichkeitsarbeit, die möglichen Widerstand und Protest unterläuft. Ein sozialer Ansatz oder die Entwicklung von gesellschaftlicher Teilhabe ist nicht vorgesehen, sondern wird lediglich behauptet. Bewohner_innen und soziale Projekte werden von der BSG und ihrer Vorortsbüros eher als lokale Akteure betrachtet, die durch finanzielle Unterstützung befriedet werden. Eine mögliche Selbstorganisation aus dem Kiez heraus wird so kontrolliert und politische Forderung an die Politik kanalisiert.

Die BSG und ihre Vorortbüros simulieren Transparenz und Bürger_innenbeteiligung. In erster Linie kümmern sich die Angestellten der BSG / des QM um das Images der betreuten Quartiere. Dies ist allerdings nicht selten, wie im Schillerkiez zu beobachten ist, mit einer Verdrängung marginalisierter Menschen und Migrant_innen verknüpft. Außerdem sollen Gewerbetreibende und Eigentümer_innen als Partner_innen gewonnen werden. Engagierte Anwohner_innen sind hierbei eher störend oder werden lediglich solange akzeptiert, wie sie sich den Weisungen der BSG und der QM-Mitarbeiter_innen beugen. Bei Kritik und vermeintlich renitenter Verweigerung wird die Zusammenarbeit unverzüglich und widerrechtlich beendet, die engagierter Akteure entlassen und zum Teil kriminalisiert. Dies passiert zumeist still. Im Fall des Projektes integra e.V., die sich nicht als Überwachungmaßnahme instrumentalisieren lassen wollten, läßt sich erschreckend deutlich erkennen, wie die BSG und sein Netzwerk agiert, sobald Widerstand auftritt.

Der Einfluß und die Entwicklung von Bau- und Sanierungsfirmen, wie der BSG, bezüglich der Vorbereitung, Organisation und forcierten Durchführung von sozialer Verdrängung in Stadtquartieren sollte nicht unterschätzt werden. Die Netzwerke zwischen der Immobilienbranche, die an Aufwertung und Sanierung vermeintlich lukrativer Stadtviertel interessiert ist, und der Politik, die vor allem Interesse an öffentlichkeitswirksamen Auftritten und Aufwertungserfolgen haben, arbeiten gut zusammen. Protest und Widerstand, wie beim Ausbau der A100, dem Ausbau des Spreeufers und anderen Projekten, die den öffentlichen Raum dem Konsumimperativ unterwerfen, werden konsequent ignoriert und übergangen. Selbst Parteitagsbeschlüssen und Bürger_innen-Voten sind hierbei irrelevant. Die Stadt baut – für die Immobilienbranche und gegen die Bewohner_innen.

Die BSG und ihre Vorortbüros, die als Quartiersmanagment-Projekte getarnt sind, haben nichts mit sozialen Institutionen zu tun. Dahinter stecken private Firmen, die vorgeben das jeweilige Quartier zu vertreten. Das Interesse ist keineswegs soziale Teilhabe zu ermögliche, sondern lediglich den Verwertungs- und Verdrängungsdruck möglichst still zu organisieren. Die verschiedenen Büros des Quartiersmanagment sind Filialen einer Agentur und einer Netzwerkes zur sozialen Kontrolle. Als solche müssen sie auch attackiert und jegliche Zusammenarbeit mit den jeweiligen Akteuren sabotiert werden.

QM abschaffen!